Vorwort

Sehr geehrter Leser,
es ist unser Ziel, Ihnen die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten bei unerfülltem Kinderwunsch vorzustellen und die Risiken und Belastungen aufzuzeigen, die eine "Kinderwunschbehandlung" hat.
Die Informationen sollen stets aktuell und auf Qualität geprüft sein, um Ihnen abgesichertes Wissen ("Topwissen") nach den Maßgaben der Evidenz basierten Medizin (EbM) zu geben.

Aber auch Ärzten wollen wir auf Qualität geprüfte Informationen für ihre Patienten zur Verfügung stellen. Die Broschüre wird durch unseren Internetauftritt ergänzt (www.kinderwunsch-ulm.de).

Unser Anspruch ist die Qualitätsverbesserung der medizinischen Information für Patienten & Ärzte.

Diese Broschüre ist vom ÄZQ = Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin mit der Note 4 bewertet worden. Der Text der Beurteilung lautet: "Durch die Gliederung und Fettdruck sind wichtige Informationen leicht zu identifizieren. Die Information ist ausführlich und verständlich geschrieben und führt relevante Fachbegriffe ein. Der Text klärt über die besonderen physischen und psychischen Belastungen durch Diagnose und Therapie auf; diese Informationen sind von großer Bedeutung für die Entscheidungsfindung."


1 Einleitung

Bei ungewollter Kinderlosigkeit von mehr als einem Jahr spricht man von herabgesetzter Fruchtbarkeit, Subfertilität oder Sterilität.
Es gibt keine genauen Zahlen zur Häufigkeit. Die älteren Untersuchungsergebnisse (Döring 1970) gingen davon aus, dass in der Bundesrepublik Deutschland ca. 10 % der Ehen kinderlos bleiben. Das scheint zu hoch veranschlagt, da die Unterscheidung "gewollt kinderlos", bzw. "ungewollt kinderlos" fehlt.

Eine generelle Zunahme der Unfruchtbarkeit in der deutschen Bevölkerung ist nicht zu belegen. Aber das Alter der Frauen bei der Geburt des ersten Kindes steigt bei uns beständig an; mit zunehmendem Alter geht die Fruchtbarkeit zurück.

- Dadurch ist und bleibt der unerfüllte Kinderwunsch eines der wichtigsten medizinischen Probleme der 25-45-Jährigen.
Pro Jahr holen sich 15 % der Paare medizinischen Rat wegen Sterilität ein.
Jedes 6. Paar sucht zumindest einmal einen Arzt wegen des unerfüllten Kinderwunsches auf (WHO 1997 für England).

Die Ursachen der ungewollten Kinderlosigkeit liegen bei ca. einem Drittel isoliert bei der Frau, zu einem Drittel beim Mann und sind im restlichen Drittel durch kombinierte Faktoren von Mann und Frau bedingt.
Bevor auf die Abklärung und Behandlung der Sterilität eingegangen wird, soll der Ablauf der Fortpflanzung aufgezeichnet werden.

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