10. Qualität, Erfolg und Transparenz


Wer anstrengende und teure Behandlungen wie die In-vitro-Fertilisation (IVF) oder die intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) in Anspruch nimmt, sucht nach dem optimalen Behandlungsplan und -ergebnis.
Die Wegstrecke verliert an Wichtigkeit, der Erfolg und die Zufriedenheit werden entscheidend.

Aber kann der Patient überhaupt erkennen, welche Qualität geboten wird?
Die Zahl der Eingriffe (Operationen) ist in der Medizin generell ein erster Anhaltspunkt für Qualität.
Die Offenlegung der Ergebnisse des Zentrums nach Altersgruppe und Grund der Kinderlosigkeit ist ein weiterer Schritt.
Zusätzlich muss der Patient abgesichertes Wissen, Topwissen erhalten. Es muss ihm klar gesagt werden, wie zuverlässig untersucht
die Aussagen sind! Die Erklärung des Topwissens muss so sein, dass am Ende einer ärztlichen Beratung DIE ENTSCHEIDENDEN
DREI FRAGEN beantwortet sind:

1. Wie sicher profitieren wir von der vorgeschlagenen Maßnahme?
Dies muss der beratende Arzt erst mal wissen. Dann muss die Botschaft verständlich den Patienten („Konsumenten“) erreichen.

2. Gelten die Studienergebnisse auch für mich und meinen Fall?

3. Welches Ausmaß an Chancenerhöhung kann ich erwarten?


Wie soll das Gespräch geführt werden?
Wie erreicht man, dass der Patient auch umsetzt und beibehält, worüber er beraten wurde? Denn der Patient kann und will nicht mit eigenen Vorstellungen brechen.


Das bewiesen beste Modell der Gesprächsführung zwischen Arzt und Patient muss sich an folgenden Punkten orientieren:
1. Genau das Problem herausarbeiten („auf den Punkt bringen“), das einer Entscheidung bedarf.
2. Kurz die Möglichkeiten nach bestem Wissen darstellen:Behandlung 1 bringt x% Verbesserung, Behandlung 2 bringt y%, bei keiner Behandlung
passiert… Was Sie sich vorgenommen haben, bringt xy%.
3. Kontrollieren, ob die Info verständlich war und verstanden wurde.
4. Genau fragen, „wie das alles zur Idee des Patienten“ passt, ob er „in die Entscheidungsfindung einsteigt“.
5. Falls es der Patient will, muss er Zeit erhalten, um die Infos mit Familie etc. durchzudenken. Aber keiner kann verlangen, dass der Arzt beim nächsten Besuch wieder von vorne beginnt. Eine Hilfe ist, wenn der Patient das Gesagte in Broschüren oder im Netz lesen kann.
6. Im nächsten Gespräch geht es um die Entscheidung. Die gute Info hilft, dass der Patient die aktive Rolle einnehmen kann, die er bei der Behandlung braucht.

Es ist zu bedenken, dass es beispielsweise ein Angehöriger, ein anderer Arzt oder der Apotheker in Sekunden schaffen können, das aufgebaute Konstrukt des Patienten zu seiner Behandlung zu erschüttern und ihn zweifeln zu lassen. Das lässt sich nicht vermeiden. Die Lösung ist die, dass der andere Berater „seinen Beweisbaum“ ganz schlüssig erklärt, nach den Regeln der EbM. Es ist dann schnell ersichtlich, ob es sich um harte Daten, um beste Info handelt oder um Meinung: Beste Info, nicht Meinung! Zu jeder später geäußerten Meinung Stellung zu nehmen, ist nicht die Aufgabe des Arztes.

Wir erarbeiten im Christian Lauritzen Institut (CLI) e.V. hoch qualitative Gesundheitsinformationen, halten die Infos aktuell (up to date) und bieten sie sowohl im Netz wie auch im Institut Patienten und Ärzten an. Das sind allgemeine Gesundheitsinformationen, auf die dann im Gespräch Patient – Arzt zurück gegriffen wird, – als Basis der Entscheidungsfindung.

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