4.2 Insemination

Unter Insemination versteht man das Einbringen von Samenzellen in die Gebärmutter und/ oder die Eileiter. Dieses Behandlungsverfahren wird dann angewandt, wenn eine Störung der Samenproduktion vorliegt, die es unwahrscheinlich erscheinen lässt, dass Samenzellen in ausreichender Zahl auf normalem Wege in den Eileiter gelangen können.

Die Insemination wird direkt in die Gebärmutterhöhle (intrauterine Insemination) oder die Eileiter (intratubare Insemination) durchgeführt.

Abbildung 3 Verschiedene Techniken der Insemination (in die Gebärmutter-1- oder in die Eileiter -2- )

Zum Zeitpunkt des Eisprungs hin werden die Samenzellen über einen kleinen Katheter in die Gebärmutter eingebracht. Dieses Verfahren ist für die Patientin körperlich kaum belastend. Das Auftreten von Entzündungen nach dieser Behandlung ist selten. Inseminationen sind nicht schmerzhaft. Nach der Insemination muss keine Ruhephase eingehalten werden.
Für die Insemination wird der Samen nicht in der Form, wie er gewonnen wird (Nativsperma)verwendet, sondern einer Vorbehandlung unterzogen. Im Volksmund werden diese Trennverfahren als "Samenwaschung" bezeichnet. Natürlicherweise befinden sich die Samenfäden (Spermien) in der Samenflüssigkeit (Seminalplasma). Das Ziel der Aufbereitungstechniken liegt darin, Samenzellen von der Samenflüssigkeit zu trennen.
Deshalb wird das Nativsperma zuerst zentrifugiert und die Samenflüssigkeit so weit wie möglich abgetrennt. Danach wird Zellkulturmedium zugegeben (enthält unter anderem auch Antibiotika). In einem Kulturschrank wird dann die Probe bei Körpertemperatur aufbewahrt (37°C), um den sogenannten "swim-up" durchzuführen. Die Samenzellen gelangen durch Eigenbeweglichkeit in den oberen Anteil der Kulturflüssigkeit und können dann für die Insemination herangezogen werden. Nicht bewegliche Samenzellen bleiben im unteren Teil des Kulturgefäßes liegen. Durch diese "Spermawaschung" erreicht man, dass man für die Insemination die beweglichen Spermien ohne Zusätze von Samenflüssigkeit zur Verfügung hat. Diese Methode ist nur eine Art der Samenaufbereitung. Es gibt auch andere Techniken; am jeweiligen Samenbefund ist zu entscheiden, welche Aufbereitungsmethode den besten Erfolg nach sich ziehen wird.

Die Erfolgsaussichten einer intrauterinen Inseminationsbehandlung können nicht pauschal dargestellt werden, sondern richten sich nach dem jeweiligen Samenbefund.
Die erhobenen Spermiogramme (normales Spermiogramm) sind für die Chancenbeurteilung nur bedingt verwertbar. Das Vorhandensein von 20 Millionen Samenzellen pro Milliliter Samenflüssigkeit, eine Beweglichkeit von mehr als 30% der Samenzellen und das Vorliegen von mehr als 30% normal geformten Spermien wird als Normalbefund angesehen. Sind weniger als 10 Millionen Samenzellen pro Milliliter nachweisbar, von denen weniger als 30% beweglich sind und wiederum weniger als 30% normal geformt sind, so ist eine deutliche Einschränkung der Zeugungsfähigkeit zu erwarten. Trotzdem treten auch bei derartigen Befunden spontan Schwangerschaften auf. Die Wahrscheinlichkeit hierfür liegt jedoch unter 10% bzw. 5%.
Die großen Sammelstatistiken aus Europa und auch den Vereinigten Staaten zeigen, dass mit der intrauterinen Insemination pro Behandlungszyklus eine Schwangerschaftsrate zwischen 3 % und 10 % erreicht werden kann. Wiederholt man die Methode, liegen die Erfolge natürlich höher.

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