4.5.4 Abschließende Bemerkungen
Die In-vitro-Fertilisation mit
Embryotransfer (IVF und ET) ist eine klinisch ausgereifte Methode der Reproduktionsmedizin
geworden. Die Schwangerschaftsraten sind stabil, die "deutschen Ergebnisse"
(der Durchschnitt aller Praxen zusammengenommen) liegen vergleichbar hoch wie
die internationalen.
Aber es gibt national wie international erhebliche Unterschiede. An IVF-Zentren,
die diese Behandlung häufig und bereits seit langen Jahren durchführen,
werden die Erfolge etwas höher liegen; die Aussichten werden aber wesentlich
durch spezielle Gegebenheiten, wie Alter der Patientin und Samenbefund des Mannes
beeinflusst.
Bei 38jährigen oder älteren Frauen nimmt die Chance zur Erzielung
einer Schwangerschaft ab. Fehlgeburten sind häufiger. Bei sogenannter andrologischer
Sterilität (Hauptursache der Kinderlosigkeit ist ein eingeschränkter
Samenbefund des Mannes) werden niedrigere Befruchtungsraten und damit auch geringere
Schwangerschaftsraten erreicht.
Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen
aus England werden getrennt nach Praxen/Kliniken im Internet veröffentlicht(www.hfea.gov.uk):
Im Jahre 1998/9 wurden 22% der IVF Zyklen bei Frauen über 38 Jahren durchgeführt;
2000/1 stieg der Anteil der über 38-Jährigen auf 25%.
Nimmt man alle Patienten, so
ergibt sich pro IVF Zyklus eine Chance auf eine Geburt von 21 Prozent (24 %
pro Transfer).
Die unter 38-Jährigen haben 25 % Chance pro Zyklus und 27 % pro Transfer.
Bei der Entscheidungsfindung,
welche Praxis/Klinik für Sie als Patient passt, sollten Sie am besten fragen:
"Wie hoch ist die Erfolgsrate für Paare, die so alt wie wir
sind und die die gleiche Ursache der Kinderlosigkeit haben?"