MESA und TESE: Gewinnung von Samenzellen

Ist überhaupt kein Spermium im Ejakulat vorhanden, so ist es dennoch in vielen Fällen möglich, Samenzellen durch einen kurzen operativen Eingriff zu gewinnen. Oft befinden sich befruchtungsfähige Spermien im Nebenhoden oder im Hoden.

Durch die Spermieninjektion (ICSI) kann man also mit sehr wenigen und auch mit unbeweglichen Samenzellen die Befruchtung einer Eizelle herbeiführen. Aber was passiert, wenn im Spermiogramm mehrfach überhaupt keine Spermien gefunden wurden? Das waren früher hoffnungslose Fälle. Männern mit inoperablem Samenleiterverschluss, mit hochgradiger Störung der Spermienreifung und Patienten nach Tumoroperationen kann durch Gewinnung von Samenzellen aus dem Nebenhoden (MESA) oder dem Hoden (TESE) zu eigenen Kindern verholfen werden. Auch wenn im Ejakulat keine Samenzellen vorhanden sind, ist es in vielen Fällen möglich, Samenzellen durch einen kurzen operativen Eingriff zu gewinnen. Oft befinden sich befruchtungsfähige Spermien im Nebenhoden oder im Hoden.

MESA steht dabei für „mikrochirurgische epididymale Spermienaspiration“ und bedeutet Gewinnung von Spermien aus dem Nebenhoden. Bei der Operation wird der Samenleiter aufgesucht, und es wird nachgesehen, ob ein Verschluss vorliegt. Solch ein Verschluss kann Folge einer Entzündung sein; er kommt auch bei bestimmten Erkrankungen wie Mukoviszidose vor. „Unterhalb des Verschlusses“, im Nebenhoden, können dann Samenzellen gesucht und gefunden werden, die für die ICSI direkt oder später verwendet werden können. Ist der Verschluss von der Länge her begrenzt, so kann bei diesem Eingriff der verschlossene Teil entfernt werden und der Samenleiter wieder aneinandergenäht werden.

TESE meint „testikuläre Spermienextraktion“. Es liegt hierbei nicht an einem Verschluss der Samenwege, sondern meist an einer Schwäche des Hodens, ausreichend ausgereifte Samenzellen freizusetzen (der Samenflüssigkeit beizufügen). Durch eine Hodenbiopsie wird Gewebe entnommen und nachgesehen, ob Samenzellen oder deren Vorstufen vorhanden sind. Die Samenzellen werden also direkt aus der Gewebeprobe (Biopsie) des Hodens gewonnen.

Bei mindestens 75% der Operationen gelingt es, Samenzellen zu finden. Für eine Befruchtung auf „normalem Weg“ reicht die Zahl aber nicht aus. Die durch TESE oder MESA gewonnenen Zellen werden meist in mehreren Proben tiefgefroren. Die Proben können aufgetaut werden und stehen somit jederzeit für ICSI (meist für mehrere Versuche) zur Verfügung.

 

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Letzte Aktualisierung: 20. September 2017