Amniozentese

Die Fruchtwasserentnahme wird üblicherweise in der 16. – 18. SSW (in geeigneten Fällen ab der 15. SSW unter Ultraschallsicht mit Hilfe einer dünnen Nadel durch die mütterliche Bauchdecke und Gebärmutterwand hindurch vorgenommen. Hierbei werden ca. 15 ml Fruchtwasser entnommen und aus den dann enthaltenen kindlichen Zellen Kulturen angelegt.

Der schmerzarme Eingriff wird in der Regel ambulant durchgeführt. Zur Punktion müssen Sie nicht nüchtern sein.

Die Entnahme von Fruchtwasser erfolgt unter sterilen Bedingungen und ohne lokale Anästhesie. Der Eingriff ist wenig schmerzhaft, vergleichbar einer Blutentnahme oder einer intramuskulären Injektion.

Die Führung der Punktionsnadel durch die Bauchdecke und in der Fruchtblase wird ständig unter Ultraschall kontrolliert. Eine Berührung oder gar Verletzung des Feten wird somit ausgeschlossen.

Die Entnahme der o. g. Fruchtwasserprobe entspricht weniger als 1/10 der gesamten Fruchtwassermenge. Es fehlt nicht für die weitere Schwangerschaft, da es innerhalb von 24 Std. nachgebildet wird. Die im Fruchtwasser enthalten Zellen des Kindes stammen von der Haut, den Eihäuten, dem Verdauungstrakt sowie aus der fetalen Blase. Diese Zellen werden im Kulturmedium angezüchtet, so dass sie sich wieder lebhaft teilen. Diese Phase dauert etwa 10 – 14 Tage. Anschließend werden die Chromosomen in ihrer Anzahl und Struktur analysiert. Stets werden mindestens zwei getrennte Kulturen angelegt, um einen sicheren Chromosomenbefund erstellen zu können. Um die Zeitspanne bis zur Ergebnismitteilung (10 – 14 Tage) verkürzen zu können, bieten wir einen Schnelltest an (FISH-Test oder PCR), bei dem die Chromosomen 21, 18, 13 sowie die Geschlechtschromosomen X und Y im Kern nicht kultivierter Zellen angefärbt und gezählt werden können.

Sie erhalten auf Wunsch dieses Testergebnis nach 1–2 Tagen. Damit sind 85 % der pathologischen Diagnosen geklärt. Regelmäßig wird aus der Fruchtwasserprobe auch eine biochemische Analyse (Alpha-Fetoprotein-Bestimmung sowie ACHE-Test) durchgeführt, mit deren Hilfe der größte Teil der Fälle mit Fehlbildungen des Rückenmarks (offener Rücken, spina bifida) sowie Verschlussstörungen der Bauchdecke (Omphalozele, Gastroschisis) ausgeschlossen werden.

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Letzte Aktualisierung: 09. März 2017