Nabelschnurpunktion (Cordozentese)

Die Nabelschnurpunktion dient der Gewinnung von Blut des ungeborenen Kindes und ist ab der abgeschlossenen 18. SSW möglich. Die Notwendigkeit zur Durchführung einer Cordozentese kann sich aus verschiedenen Gründen ergeben:

Werden beim Kind Fehlbildungen festgestellt, sollte vor weiteren Entscheidungen ein Chromosomenergebnis schnell verfügbar sein. Dieses Blutergebnis liegt aus einer Präparation der Blutzellen innerhalb von max. einer Woche nach Punktion vor. Aus dem kindlichen Blut können jedoch auch andere Blutuntersuchungen wie bei einem Erwachsenen nach Bedarf durchgeführt werden. Das ist vor allem von Bedeutung, wenn der Verdacht auf eine Blutgruppenunverträglichkeit besteht. Andere Einsatzmöglichkeiten sind die Abklärung von Infektionen in der Schwangerschaft, wenn es um die Frage einer kindlichen Mitbeteiligung geht sowie die Abklärung kindlicher Stoffwechselstörungen.

Sollte eine ausgeprägte Blutarmut beim Kind festgestellt werden, so kann sich die Notwendigkeit zur intrauterinen Blutgabe (Bluttransfusion über die Nabelschnur) in bestimmten Zeitabständen ergeben.

Auch die Verabreichung von Medikamenten an den Feten ist über dieses Untersuchungsverfahren möglich.

Technisch wird bei der Punktion der Nabelschnur ähnlich vorgegangen wie bei den anderen Eingriffen, die durch die mütterliche Bauchdecke durchgeführt werden. Meistens wird die Nadel an die Stelle herangeführt, an der die Nabelschnur in die Plazenta mündet und daher relativ wenig mobil ist. Da eine millimetergenaue Treffsicherheit erforderlich ist, bleibt diese Untersuchungsmethode ähnlich wie die anderen invasiven Eingriffe (Amniozentese, Chorionzottenbiopsie) hochspezialisierten Untersuchern (Degum Stufe II bzw. Degum Stufe III) vorbehalten.

Im Rahmen der Pränataldiagnostik hat diese Untersuchung zunehmende Bedeutung nicht nur in der Diagnostik, sondern auch in der Therapie erlangt. Die Risiken dieses Eingriffs – durchgeführt von einem Spezialisten – liegen in der Größenordnung der Fruchtwasseruntersuchungen.

Gerne sind wir bereit weitere Fragen, die für Sie in Zusammenhang mit diesen Untersuchungen von Bedeutung sind, zu beantworten. Auch die Bedeutung eines auffälligen Befundes besprechen wir mit Ihnen selbstverständlich in einer ausführlichen Beratung. Hierfür kann es auch hilfreich sein, die Sachkompetenz des beurteilenden Genetikers in Anspruch zu nehmen.

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Letzte Aktualisierung: 09. März 2017