Organ-Ultraschall

Durch die Ultraschalluntersuchung kann die körperliche Entwicklung des ungeborenen Kindes beurteilt werden.

Diese nebenwirkungsfreie Methode zur bildlichen Darstellung des Ungeborenen wird am besten zwischen der 19. und 22. SSW durchgeführt. Dabei werden der Entwicklungsstand des Feten sowie die normale Anlage und Ausbildung von Organen beurteilt.
Der Organ-Fehlbildungs-Ultraschall ist wesentlich umfangreicher als der gemäß den Mutterschaftsrichtlinien vorgesehe Ultraschall in diesem Zeitraum (Ultraschall-Screening) und ist nicht mit diesem gleichzusetzen.

Eine spezielle Organ-Sonographie kann bei verschiedenen Indikationen angezeigt sein und wird dann von Ihrer Frauenärztin/-Arzt veranlasst:

  • Bei Auffälligkeiten in den Screening-Untersuchungen gemäß den Mutterschaftsrichtlinien
  • bei Erbkrankheiten der Eltern oder bei Erkrankungen der Mutter, die sich nachteilig auf die Entwicklung des Kindes auswirken können (Diabetes mellitus, Gestationsdiabetes)
  • bei Einnahme von möglicherweise schädigenden Medikamenten in der Frühschwangerschaft, nach intensiver Röntgen-Untersuchung oder nach speziellen mütterlichen Infektionen im Verlauf der Schwangerschaft
  • bei familiärer Belastung mit möglicherweise vererbten Erkrankungen (z. B. Herzfehler)
  • bei Problemen während eines früheren Schwangerschaftsverlaufes
  • erhöhtes Alter der Mutter und Verzicht auf invasive Diagnostik
  • Mehrlingsschwangerschaft

Die Organ-Ultraschall-Untersuchung wird bei bestehender Indikation und entsprechender Überweisung Ihrer Frauenärztin/-Arzt von der Krankenkasse übernommen. Bei nicht Vorliegen einer medizinischen Indikation führen wir den Fehlbildungs-Ultraschall aber auch als Selbstzahlerleistung (IGEL) durch.

Einschränkend zu bemerken ist, dass auch bei guter Gerätequalität, Sorgfalt und Erfahrung der Untersucher nicht alle Fehlbildungen oder Veränderungen mit völliger Sicherheit erkannt bzw. ausgeschlossen sind. Dies gilt auch für genetische Syndrome oder Chromosomenstörungen, wie z.B. das Down-Syndrom, da solche Krankheitsbilder nicht zwangsläufig mit sonoanatomischen Auffälligkeiten zum Zeitpunkt der Untersuchung einhergehen müssen. Bei sehr kleinen Defekten, wie z.B. einem kleinen Loch in der Herzscheidewand, kleineren Defekten im Bereich der Wirbelsäule oder auch bei schlechten Untersuchungsbedingungen (geringe Fruchtwassermenge, ungünstige kindliche Lage oder eine kräftige mütterliche Bauchdecke) stößt die Ultraschalltechnik an ihre Grenzen. Die Ultraschall-Diagnostik der fetalen Sonoanatomie sowie die invasive praenatale Diagnostik sollten bis zur 22. SSW abgeschlossen sein. Nach dieser Zeit ist der Fet eingeschränkt lebensfähig und eine Terminierung (Beendigung) der Gravidität bei nicht erkannten letalen und nicht letalen Fehlbildungen bringt erhebliche Probleme mit sich.

Auch wenn eine spezielle Fragestellung bei der Untersuchung Ihres Kindes im Vordergrund steht, werden immer alle darstellbaren Organsysteme und Merkmale des Ungeborenen betrachtet. Die dabei durchgeführten Kontrollen betreffen:

  • Das Aussehen und die Funktion aller Organe inklusive des Herzens,
  • die Fruchtwassermenge,
  • das altersentsprechende kindliche Wachstum,
  • der Blutfluss in der Nabelschnur,
  • die Lage und das Aussehen der Plazenta,
  • das Durchblutungsverhalten in den Gebärmuttergefäßen.

Ergänzend kann man im Rahmen des Organ-Ultraschalls auch eine sonographische Kontrolle der Zervixlänge (Gebärmutterhals) durchgeführt werden, insbesondere wenn von der Vorgeschichte oder vom jetzigen Verlauf der Schwangerschaft Anhaltspunkte für eine Frühgeburtsgefährdung bestehen.
Die Messung der Zervixlänge erfolgt im Regelfall mittels einer Ultraschallsonde, die von der Scheide aus eingeführt wird (Vaginalsonde).

Eine Zervixlänge von >25 mm und mehr in der 20 SSW    schließt eine vorliegende Insuffizienz (Schwäche) des Gebärmutterhalses aus und hat einen prognostisch günstigen Vorhersagewert bzgl Frühgeburtsgefährdung.

Viele Patienten interessieren sich zunehmend für die Möglichkeiten des IIID/IVD-Ultraschalls. Dabei steht für Patienten sicher das faszinierende Bild des Gesichtes im Vordergrund.

Aus medizinischen Gründen sehen wir in dem IIID/IVD-Verfahren eine Ergänzung bei speziellen Fragestellungen und setzen dieses Verfahren besonders dann ein, wenn die Untersuchungsbedingungen zulassen und zusätzliche diagnostische Hinweise und Informationen erwartet werden können.

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Letzte Aktualisierung: 15. März 2017