Untersuchungsmethoden

Die folgende Tabelle zeigt Ihnen im Überblick die verschiedenen vorgeburtlichen Untersuchungsmethoden sowie den geeigneten Untersuchungszeitpunkt:

UntersuchungUntersuchungszeitpunkt
Ersttrimester-Screening11. – 14. SSW
Chorionzottenbiopsie11. – 13. SSW
Amniozentese15. – 18. SSW
Triple-Test15. – 18. SSW
Nabelschnurpunktionab der 19. SSW
Organ-Ultraschall/Echokardiographie19. – 22. SSW
Doppler-Ultraschall21. SSW bis Entbindung

 

Grundlage der nicht invasiven und invasiven Untersuchungsmethoden in der Schwangerschaft ist die Anwendung des Ultraschalls. Die Ultraschalluntersuchung ist eine nebenwirkungsfreie Methode zur bildlichen Darstellung des Ungeborenen.

Schon im ersten Trimenon ist es möglich, schwerwiegende Fehlbildungen des Feten zu erkennen sowie eine Schätzung des Risikos für die Trisomie 21 und andere Chromosomen-Aberrationen vorzunehmen. Es können in der Frühgravidität bereits Gliedmaßendefekte, Körperspaltbildungen sowie Kopffehlbildungen und Ödeme des Feten diagnostiziert werden. Der Ultraschall des ersten Trimenons dient außerdem der Bestimmung der Chorionizität von Mehrlingsschwangerschaften, was von großer Bedeutung für den weiteren Verlauf der Schwangerschaft ist.

Das in den Mutterschaftsrichtlinien festgelegte Ultraschall-Screening umfasst drei Ultraschalluntersuchungen bei jeder Schwangeren und zwar in der 9. – 12. SSW, in der 19. – 22. SSW sowie in der 29. – 32. SSW. Schwerpunkt des Ultraschall-Screenings ist die frühzeitige Erkennung großer fetaler Fehlbildungen mit Beeinflussung von Lebensqualität, Lebensfähigkeit oder erforderlichem Interventionsbedarf.

Aufgabe der Ultraschall-Diagnostik des zweiten Trimenons im Rahmen des Ultraschall-Screenings ist die Kontrolle der körperlichen Entwicklung des Feten sowie die Erfassung auffälliger Merkmale für eine fetale Entwicklungsstörung.

Schwerpunkt der Ultraschalluntersuchung des dritten Trimenons (3. Ultraschall-Screening) ist die Kontrolle des kindlichen Wachstums, der Funktion und Lage der Plazenta sowie der Lage des Feten.

Über diese Screening-Untersuchungen 1 – 3 können weitere Ultraschallanwendungen notwendig und empfehlenswert sein, wenn sie der Abklärung und/oder Überwachung auffälliger, pathologischer Befunde dienen.

Weitere Anwendungen der Ultraschall-Diagnostik können erforderlich sein zur Durchführung intrauteriner invasiver Eingriffe, wie Chorionbiopsie, Amniozentese sowie zur gezielten Ausschlussdiagnostik bei erhöhtem Risiko für Fehlbildungen oder Erkrankungen des Feten.

Ergänzend zu den Untersuchungen, die Sie von Ihrer Frauenärztin/-Arzt während der Schwangerschaft bekommen, können Sie in unserer Praxis für Pränataldiagnostik weiterführende Untersuchungen im Hinblick auf nicht invasive sowie invasive Diagnostik erhalten.

Die in unserer Praxis durchgeführten Ultraschalluntersuchungen sind im allgemeinen wesentlich umfangreicher als die gemäß den Mutterschaftsrichtlinien vorgesehenen Ultraschallanwendungen in diesem Zeitraum. Voraussetzung hierfür ist der Einsatz hochleistungsfähiger Ultraschallgeräte sowie eine entsprechend große Erfahrung des Untersuchers. Entscheidend für die Aussagekraft der Untersuchung sind auch die Untersuchungsbedingungen, wobei insbesondere die Lage des Kindes und die Stärke der mütterlichen Bauchdecken eine wichtige Rolle spielen.
Die weiterführende Ultraschall-Organ-Diagnostik kann jedoch insbesonders in der fortgeschrittenen Schwangerschaft auf ihre Grenzen stoßen. Bedingt durch Größe und Lage des Kindes, Reife des Skeletts sowie am Ende der Schwangerschaft abnehmenden Fruchtwassergehaltes kann es schwer oder sogar unmöglich sein, eine differenzierte Organ-Diagnostik durchzuführen.

Auch bei guter Gerätequalität, Sorgfalt und Erfahrung der Untersucher können nicht alle Fehlbildungen oder Veränderungen mit völliger Sicherheit ausgeschlossen werden.

 

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Letzte Aktualisierung: 09. März 2017