„Wunderdroge Vitamin D“ sicher unwirksam und für Einige schädlich
Man fragt sich, warum Pseudowissenschaft und Angstmache so nachhaltig betrieben werden. Medien treiben beinahe täglich eine neue „Bedrohung“ durch die Panik-Maschinerie

Als Laie weiß man dann nicht, was man glauben soll. Vitamin D als angeblicher Schutz vor Krebs, Hilfe bei Unfruchtbarkeit, gut gegen Depression, aber wo sind die Beweise?

Das ist die beste Frage, wenn man Ihnen anbietet, den Status von Vitamin D im Blut zu messen, auf eigene Kosten.

Und hier die Antwort: die Beweise fehlen, also brauche ich den Test nicht.

Das verlässlichste Wissen ist in mehreren systematischen Übersichtsarbeiten (die Arbeiten mit der bewiesen besten Aussagekraft, die alle weltweit verfügbaren Daten analysiert haben) zusammengefasst und gilt als Empfehlung der höchsten Gremien (IOM und USPSTF aus 2013, siehe Literatur):

  1. Für Vitamin D plus/minus Calcium ist bislang nur für den Knochen ein Vorteil bewiesen.
  2. Alle sonstigen Verbindungen mit Gesundheit oder Krankheiten sind unklar und spekulativ.
  3. Die Untergrenze des Vitamin D im Blut liegt bei 20 ng/ml, nicht bei 30, wie bei einigen Laboren. Der Blutspiegel sollte nicht über 50 ng/ml angehoben werden, wegen der Risiken.
  4. Vitamin D plus/minus Calcium hat bei jüngeren Männern und Frauen vor den Wechseljahren keinen belegten Nutzen, auch nicht für das Vorbeugen (Primärpraevention) von Knochenbrüchen (Frakturen).
    Dies ist ein sogenanntes Klasse I Statement (am sichersten bewiesen) und bedeutet, man soll weder Vitamin D noch Calcium zusätzlich als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.
  5. Do not supplement, gilt auch für die Postmenopause („Wechseljahre“): Man sollte weitgehend auf Nahrungsergänzung in Form von Tabletten verzichten (Nachteile sind mehr Nierensteine und gering mehr Herzprobleme) und den Bedarf an Vitamin D und Calcium über die Nahrung aufnehmen.
    Mehr als 400 IU Vitamin D3 und mehr als 1000 mg Calcium werden auch Frauen mit Osteoporose nicht mehr empfohlen.
    Niedrigere Dosierungen helfen für das Knochenheil nicht.
  6. Es gibt keine verlässlichen Beweise, dass Vitamin D bei Schwangeren gegen irgendetwas wirkt.

 

Man hat sicher keinen Gesundheitsvorteil, wenn man Vitamin D als Nahrungsergänzung zuführt.
Als unerwünschte Nebenwirkung kann der Calciumspiegel im Blut ansteigen und zu ernsthaften Gesundheitsnachteilen führen (siehe Hansen).

Warum wird weiter die Calcium- und Vitamin D – Empfehlung ausgesprochen, obwohl man weiß, dass keine Vorteile aber Nachteile zu erwarten sind?
Ärzte sind dafür wohl kaum verantwortlich, der Einfluss der Industrie scheint erheblich, siehe Grey.

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